Der Marburger Hochschullehrer Professor Dr. Holger Garn hat den „DGAKI-Forschungspreis 2016“ erhalten. Der Wissenschaftler nahm die Auszeichnung auf dem 11. Deutschen Allergiekongress in Berlin entgegen. Die Ehrung ist mit einem Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro verbunden, das in diesem Jahr auf Garn und die Münchner Allergologin Dr. Bianca Schaub aufgeteilt wurde.

Die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) verleiht ihren Forschungspreis alle drei Jahre für wissenschaftliche Leistungen, „die Maßstäbe für die Entwicklung von Klinik oder
Grundlagen des Gebietes gelegt haben“. Mit der Verleihung an Garn würdigt die DGAKI dessen Arbeiten, in denen er einen neuartigen Wirkstoff gegen Allergien erforscht hat. „Ich sehe die Ehrung auch als Anerkennung für die Spitzenforschung auf dem Gebiet der Allergologie und chronischen Entzündungsforschung an der Philipps-Universität“, sagt Garn, der den Forschungsbereich des Instituts für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie am Fachbereich Medizin leitet.

Garn untersucht seit Jahren, welche molekularen und zellulären Mechanismen für allergische Erkrankungen verantwortlich sind, vor allem für allergisches Asthma, aber auch weitere chronische Entzündungserkrankungen. Asthma ist mit zirka 300 Millionen Betroffenen eine der häufigsten Krankheiten weltweit; Experten schätzen, dass etwa 50 Prozent der Betroffenen an allergischem Asthma leiden.

Aus den Forschungsarbeiten des Instituts ist ein neuartiger Wirkstoff hervorgegangen, der ein Schlüsselmolekül allergischer Entzündungsprozesse hemmt – das erste Beispiel einer Medikamentenentwicklung mit einer völlig neuen Wirkstoffklasse, sogenannten DNAzymen. Darunter versteht man künstliche DNA-Moleküle, die enzymatisch aktiv sind. Der Wirkstoff SB010 verhindert die Bildung eines Proteins, das eine allergische Entzündung auslöst und damit für die typischen Asthmasymptome verantwortlich ist.

Garn ist Mitgründer des Unternehmens „sterna biologicals“, das im Jahr 2006 aus der Marburger Universität ausgegründet wurde, um den Arzneimittel-Kandidaten zur Anwendungsreife weiterzuentwickeln. Im vergangenen Jahr belegte eine erste Phase-IIa-Studie die Wirksamkeit des Medikaments bei Asthmapatienten.

 

Foto: Sebastian Semmer

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