Immun gegen Gewebezerstörung: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Schweizerische Nationalfonds fördern gemeinsam ein neues wissenschaftliches Projekt, in dessen Fokus die Hautkrankheit Pemphigus steht. Sprecher des neuen Verbunds sind die Marburger Dermatologen Professor Dr. Michael Hertl und Dr. Rüdiger Eming von der Philipps-Universität. Für die erste, dreijährige Förderperiode rechnet die universitätsübergreifende Forschergruppe mit einer Zuwendung in Höhe von vier Millionen Euro.

Pemphigus ist eine seltene Hautkrankheit, bei der sich Antikörper gegen Haftstrukturen der Haut richten; dadurch entstehen Blasen, die unbehandelt zum Tod führen können – die Erkrankung wird daher auch als Blasensucht bezeichnet. „Der Pemphigus ist nicht nur für Kliniker und Immunologen von Belang, sondern auch für Zellbiologen, Rheumatologen, Dermatologen und Hämatologen interessant, da er bereits gut erforscht ist und dadurch als Modell für Autoimmunerkrankungen im allgemeinen zu sehen ist“, erklärt Hertl.

Mittlerweile seien kleinste strukturelle und molekulare Veränderungen bekannt, die zum Auftreten der Erkrankung beitragen. Aufgrund des guten Verständnisses des Krankheitsbildes gibt es inzwischen zielgerichtete Behandlungsoptionen. Die neue Forschergruppe unter dem Titel „Pemphigus – von der Pathogenese zur Therapie (Pegasus)“ ist angetreten, um neue therapeutische Ansatzpunkte gegen die Krankheit zu finden, indem sie grundlagenwissenschaftliche und klinische Forschung miteinander verknüpft. „Der Schwerpunkt liegt dabei auf fehlgesteuerten Immunreaktionen, die beim Pemphigus vorkommen, aber auch auf andere Autoimmunerkrankungen übertragbar sind“, erläutert Hertl. Neben der Philipps-Universität sind die Universitäten Bern, Gießen, Freiburg, München (LMU), Tübingen und Zürich mit Arbeitsgruppen an den insgesamt neun Teilprojekten des Verbunds beteiligt.

Forschergruppen der DFG ermöglichen es Wissenschaftlern, sich aktuellen und drängenden Fragen ihrer Fachgebiete zu widmen und neuartige Arbeitsrichtungen zu etablieren. „Die aktuelle Förderzusage belegt einmal mehr, dass sich die medizinische Forschung an der Philipps-Universität mit Erfolg höchst relevanten Gesundheitsfragen widmet“, sagt Prof. Dr. Katharina Krause, Präsidentin der Philipps-Universität. „Das Konzept der Marburger Hochschulmedizin, die Forschung an den Erfordernissen der Patientenversorgung auszurichten, wird hiermit erneut eindrucksvoll bestätigt“, ergänzt Professor Dr. Helmut Schäfer, der Dekan des Fachbereichs Medizin.

 

 

Foto: Klinik für Dermatologie und Allergologie

Share This