Der Marburger Chemiker Dr. Ralf Tonner hat den „Hans G. A. Hellmann-Preis für Theoretische Chemie“ erhalten. Die Arbeitsgemeinschaft für Theoretische Chemie (AGTC) ehrte den Nachwuchswissenschaftler der Philipps-Universität für seine „richtungsweisenden“ wissenschaftlichen Leistungen. Tonner nahm die Auszeichnung auf dem 52. Symposium für Theoretische Chemie in Bochum entgegen. Das Preisgeld beträgt 1.000 Euro.

Der Preis ist nach Hans G. A. Hellmann benannt, einem Pionier der Quantenchemie. Die Auszeichnung wird seit 1999 jährlich an Wissenschaftler vergeben, die nicht älter als 40 Jahre sind und noch keine Professur auf Lebenszeit innehaben. Die AGTC prämiert mit der Verleihung eine selbständige wissenschaftliche Leistung, zum Beispiel eine Habilitationsarbeit. „Ralf Tonner hat mit seinen richtungsweisenden theoretischen Arbeiten entscheidend zum detaillierten Verständnis von chemischen Prozessen an Oberflächen beigetragen“, heißt es in der Preisurkunde. „Alle bisherigen Preisträger wurden innerhalb weniger Jahre auf Professuren berufen“, erklärt Tonner die Bedeutung der Auszeichnung.

Dr. Ralf Tonner leitet seit 2010 eine Nachwuchsgruppe für Theoretische Chemie an der Philipps-Universität. Der gebürtige Moselaner studierte Chemie in Marburg und dem neuseeländischen Auckland; er wurde in Marburg promoviert und verbrachte danach einen zweijährigen Forschungsaufenthalt in Neuseeland. Anschließend baute er eine Nachwuchsgruppe in Marburg auf und schloss im Jahr 2016 die Habilitation für das Fachgebiet Theoretische Chemie ab.

Der Forschungsschwerpunkt des 38-Jährigen liegt auf dem Gebiet der computergestützten Chemie für die Materialwissenschaften. Er leitet außerdem eigene Projekte im Marburger Graduiertenkollleg.

Trägerinnen der Arbeitsgemeinschaft Theoretische Chemie sind drei wissenschaftliche Fachgesellschaften: die Deutsche Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Chemie, die Deutsche Physikalische Gesellschaft und die Gesellschaft Deutscher Chemiker. Die Arbeitsgemeinschaft vertritt die Interessen Theoretischer Chemiker und fördert ihre Zusammenarbeit.

 

Foto: Alexander Esser, Ruhr-Universität Bochum

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