Die Hochschulen in Hessen platzen aus allen Nähten. Jetzt scheint der Run auf Studienplätze auf hohem Niveau zu stagnieren. Zum Beginn des Wintersemesters 2016/17 im Oktober pendelt sich die Gesamtzahl der Studenten etwa auf dem Level des Vorjahres ein. Bei den Erstsemestern werden die riesigen Zuwächse der vergangenen Jahre wohl ausbleiben. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter Universitäten und Fachhochschulen im Land. Offizielle Zahlen gibt es im November. Die Ergebnisse der Umfrage im Überblick:

Philipps-Universität Marburg: Die Uni geht von 5500 Studienanfängern aus, das ist ein leichtes Plus im Vergleich zu 2015. Insgesamt erwartet Marburg ähnlich viele Studenten wie zum Wintersemester 2014/15 (26580). Die Hochschule an der Lahn bietet den Master-Studiengang International Political Economy neu an sowie Data Science und Wirtschaftsinformatik, beide mit Bachelor- und Master-Abschluss.

Justus-Liebig-Universität Gießen: Sie stellt sich auf einen leichten Anstieg der Studentenzahlen ein. Mit rund 28 500 werden es voraussichtlich 500 mehr sein als im Oktober 2015. „Die Zahlen bewegen sich schon mehrere Jahre auf Rekordniveau“, stellte Uni-Präsident Joybrato Mukherjee fest. Die Uni weitet deshalb ihr E-Learning-Programm aus und stellt mehr Personal ein. Unter den angehenden Akademikern sind etwa 6600 Erstsemester. Besonders viele werden in den Wirtschaftswissenschaften und im Psychologie-Studiengang erwartet.

Technische Hochschule Mittelhessen: Sowohl bei den Erstsemestern als auch bei der Gesamtzahl wird der Rekord der vergangenen Jahres vermutlich eingestellt. Erwartet werden rund 16 000 junge Leute. Unter ihnen sind rund 4000, die sich erstmals einschreiben. Das entspricht einem Plus von fünf Prozent. Renner unter den Fächern ist nach Angaben von Sprecher Armin Eikenberg Medizinisches Management (300 Immatrikulationen), gefolgt von Bauingenieur und Maschinenbau. Für diese Fächer begeistern sich jeweils etwa 250 Erstsemester. Die TH Mittelhessen hat Standorte in Friedberg, Gießen und Wetzlar sowie Außenstellen in Bad Hersfeld, Bad Wildungen, Bad Vilbel, Biedenkopf und Frankenberg.

Goethe-Universität Frankfurt: Die größte Uni in Hessen erwartet zum Wintersemester wie im Vorjahr rund 47000 Studenten. Unter ihnen werden nach Angaben von Uni-Sprecher Dirk Frank schätzungsweise 9000 Erstsemester sein. Das wären 3000 mehr als vor einem Jahr. Besonders gefragt sind die Studiengänge Jura, Betriebswirtschaftslehre und Gesellschaftswissenschaften. Unter den zulassungsfreien Fächern verzeichnen die islamischen Studien steigenden Zuspruch.

Frankfurt School of Applied Sciences: „Die Bewerber-Zahlen haben sich nach den doppelten Abiturjahrgängen vor zwei Jahren wieder stabilisiert“, sagte die Sprecherin der Frankfurt School of Applied Sciences, Nicola Veith. Im vorigen Wintersemester zählte die Hochschule 13 484 Studenten, dieses Jahr sollen es rund 13 600 werden. Beliebte Fächer sind Betriebswirtschaft und Soziale Arbeit.

Hochschule Fulda: An der kleinsten der fünf hessischen Fachhochschulen wollen geschätzt 2200 Erstsemestern ihr Studium aufnehmen. Die Zahlen entsprechen in etwa denen des vergangenen Jahres. Insgesamt sind in Fulda knapp 8000 angehende Akademiker immatrikuliert. «Das Ziel, die Studentenzahlen wieder auf ein normales Niveau zu bringen, wurde erreicht», konstatiert die Hochschule.

Universität Kassel: In Nordhessen werden in etwa genau so viele Studis an die Hochschule kommen wie vor einem Jahr. Damals waren es rund 24385. „Wir gehen davon aus, dass die Zahl der Studenten nicht weiter steigt. Die Lage normalisiert sich“, sagt Uni-Sprecher Sebastian Mense. Auf 24 zulassungsbeschränkte Studiengänge bewarben sich rund 12400 Interessenten, 2491 bekamen bislang einen Platz. Am begehrtesten bleibt Psychologie: Für 80 Plätze gingen 1256 Bewerbungen ein. Soziale Arbeit ist ebenfalls gefragt. 2127 Bewerber wollten einen der 336 Plätze ergattern.

 

Foto: Uwe Anspach/dpa

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