Wie sieht eigentlich jemand, der gerade erst nach Marburg gezogen ist, unsere wunderschöne Stadt? Wir haben uns einen wehrlosen Ersti geschnappt und nachgefragt! Ist Marburg wirklich so cool, groß und bunt? Lea Weiler ist 20 Jahre jung und fängt in  diesem Semester an, Anglistik zu studieren. Und genau so ist ihrer Meinung nach Marburg.

„Marburg ist bunt. Man findet hier alle Arten von Leuten, die meisten haben dazu auch noch bunte Haare. Das bunte Graffiti an den meisten Häuserwänden lässt die Stadt in allen Farben erstrahlen. Marburgs Gebäude sind alt, aber die Menschen sind modern. Selbst alte Damen fragen dich im Bus nach deiner Lebenseinstellung, anstatt sich über die Jugend von heute aufzuregen, wie es im ganzen Rest von Deutschland so üblich ist. Eins hat Marburg mit allen anderen Städten gemeinsam: Die Busfahrer sind unfreundlich und die Buslinien fahren nur tagsüber. Marburg ist äußerlich eine Stadt wie jede andere, aber sie soll ja herausstechen, wenn man sie zum ersten Mal betritt, weshalb die Bushaltestelle vor dem Hauptbahnhof auch immer sauber gehalten wird. In der Stadt gibt es einen kulturellen Mix. Man findet alles aus der ganzen Welt, von Menschen über Essen bis hin zu Überzeugungen, aber man findet kaum eine Überzeugung, die andere nicht zulassen. Marburg ist liberal und eine klassische Universitätsstadt. So ist Marburg, und nicht anders.“

Diese oder eine ähnliche Meinung haben sicherlich viele Neulinge, die zum ersten Mal von zu Hause ausziehen und sich vom Dorf in die „große, weite Welt“ hinauswagen. Wie sieht das ganze allerdings jemand, dessen Umzug bereits ein Jahr zurückliegt? Ich habe vergangenes Jahr um diese Zeit gerade auch die OE-Woche durchlebt, die mich auf mein Studium der Germanistik vorbereiten sollte:

„Eigentlich konnte ich in Marburg bisher nur genau drei Arten von Menschen beobachten. Erstens: Menschen mit Dreadlocks oder bunten Haaren und Goahosen, die den ganzen Tag barfuß sind. Zweitens: Menschen, die fast jeden Abend eine Kneipentour machen, nachdem sie den Rest des Tages im Fitnessstudio oder mit Joggen verbracht haben. Drittens: Ein seltsamer Mix aus beidem. Besonders die erste und die zweite Gruppe haben und leben ihre eigene Überzeugung und viele davon wollen andere Überzeugungen nicht akzeptieren. Gerade durch die erste Gruppe Menschen erschien mir Marburg in den ersten Monaten auch als besonders liberal, besonders alternativ, besonders bunt. Irgendwann wurde mir klar, dass das nur daran liegt, dass ich die vorherigen 18 Jahre meines Lebens in einem Dorf mit nicht mehr als 800 Einwohnern verbracht habe und es in jeder anderen Stadt auch Menschen mit Goahosen und bunten Haaren gibt. Und spätestens nach dem ersten Semester fing Marburg an, nicht nur mir plötzlich auch wie ein Dorf zu erscheinen. Egal wohin man geht, man trifft immer irgendjemanden, den man kennt. Egal wie sehr man sich bemüht, einfach mal für sich zu sein, sogar auf dem Weg zum nächsten Supermarkt entdeckt dich irgendjemand und plötzlich weiß der ganze Freundeskreis, was du eingekauft hast. Mittlerweile erscheint mir Marburg als die perfekte Zwischenstufe zwischen Dorf und Stadt, und das ist vielleicht genau das, was sie als Studentenstadt auszeichnet: Nach dem Studium reicht’s dann auch wieder. Genau so ist Marburg.“

Und wie ist deine Meinung zu Marburg? Wie war es, als ihr hergezogen seid, und wie ist es jetzt? 

 

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