In Marburg gibt es eine hohe Zahl von Musik-Ensembles. Uni-Ensembles und unabhängige Ensembles. Dabei finden sich verschiedenste Formen und Genres und auch einzigartige Fan-Gemeinden und Publikums. Wir waren beim Semesterabschlusskonzert der Studierenden-BigBand Marburg in der Waggonhalle und haben uns von der gewaltigen Stimmung, der Hingabe zur Musik und der greifbaren Leidenschaft von Musizierenden und Publikum mitreißen lassen.

Mixtape hieß das Programm der Band, das die unterschiedlichsten Genres in einem bunten Mix quer durch Musik und Zeit versprach. Abwechslung und Überraschungen waren also versprochen, als die BigBand von enthusiastischem Beifall überschwemmt die Bühne betrat und sogleich mit Mark Taylors rockig jazzigem „Cross Machine“ den Abend eröffnete. Von da an waren Highlights geboten, gespickt von anspruchsvollen solistischen Einlagen, begleitet durch die beeindruckenden und vielseitigen Stimmen der zwei Sängerinnen Julia Wagner und Domenika Buyuklieva sowie des Sängers Philipp Meine.

Beginnend mit gefühlvoll gesungenen Blues-Klassikern wie „Blue Moon“ und einer fetzigen swingenden Interpretation von „Mr. Zoot Suit“ machte die BigBand Stimmung mit Amy Whinehouses „Valerie“ im Genre des Blues-Rock und holte zu einem großartigen Finale mit den Blues Brothers und „Uptown Funk“ aus. Von allen drei Sängerinnen und Sängern angeheizt holten die Musikerinnen und Musiker hier auch den letzten Zuhörer ab, und trotz der Hitze, die den Raum mehr und mehr in Beschlag nahm, konnte sich niemand der allgemeinen Tanzlaune entziehen.

Ein besonderes Highlight war ihre Version von „Wonderwall“. Beinahe ausgelutscht kommt einem der Klassiker vor, den auch jeder noch so unmusikalische Mensch auf der Gitarre spielen kann. Aber nicht an diesem Abend. In mitreißendem Swing setzte die BigBand dem Oasis-Wunder ein ganz frisches Krönchen auf und sorgte für Faszination und Begeisterung, während Philipp Meine leidenschaftlich mit ausdrucksstarker Stimme den bekannten Titel sang und tosenden Applaus erntete.

„Wir freuen uns riesig, dass so viele Leute trotz der Hitze gekommen sind“, sagt Altsaxophonist Marco Balabajew. „Die Stimmung war einfach gigantisch.“ Die Studierenden-BigBand ist ein eigenständiger Verein, der bereits seit 1994 gemeinsam musiziert und steht mit Mitgliedern quer durch alle Studiengänge unter der Leitung von Dirk Kunz, der krankheitsbedingt leider ausfiel. „Wir wussten kurz vor der Generalprobe, dass er nicht kommen wird. Da haben wir uns eben mit ein paar Leuten selbst dirigiert, und das hat auch gut geklappt“, sagte Marco.

Tja, warum auch nicht? Die 23 Musikerinnen und Musiker  haben da auf jeden Fall etwas ziemlich Geiles auf die Beine gestellt.

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