Was wäre eigentlich, wenn man nicht nur mit einer Frau liiert ist, sondern gleich mit dreien? Und was, wenn man sich mit allen drei Frauen auch noch verlobt? Der französische Schriftsteller Marc Camoletti hat sich diese Frage gestellt und in den 60ern eine humorvolle, raffinierte und zeitlose Geschichte rund um den attraktiven Junggesellen Bernard verfasst, der in Paris sein Damenglück in vollen Zügen auskostet. Unter dem Namen „Boeing Boeing“ wird die Geschichte als Theaterstück seitdem in immer neuen Inszenierungen weltweit aufgeführt. Auch in Marburg. Wir waren in der Waggonhalle.

Mit viel Spaß hat sich die Theatergruppe Vorspiel39 diesem Klassiker der Komödien angenommen und gab ihr Stück in nur wenigen Vorstellungen auf der Bühne der Waggonhalle Marburg zum Besten. Monogamie, Polygamie, Affären und die große Liebe: das klingt nach optimalen Voraussetzungen für ein verdrehtes, überspitztes und aufregendes Theaterstück. Die Geschichte beginnt damit, dass Bernards alter Schulfreund Robert seinen Kumpel besuchen gehen möchte und in das gut getimte und anspruchsvolle Leben eines Mannes hineingerät, der dreigleisig fährt. Richtig praktisch ist, dass die drei Damen alle auch noch Stewardessen sind, aus unterschiedlichen Ländern stammen und unterschiedliche Routen und Arbeitszeiten haben. Was aber, wenn die drei Ladies plötzlich gemeinsam auftauchen und der ausgetüftelte Plan ganz schnell in einem überforderten Chaos verendet?

Reich an Klischees über Länder und Sitten, über Männer und Frauen, begeisterte das Stück mit seinem überspitzten Humor und den charmanten Charakteren das vor Lachen kreischende Publikum. „Es ist immer interessant zu sehen, an welchen Stellen die Leute dann letztendlich lachen“, erklärte Svenja Herzog, Regisseuren des Theaterstückes, nach der Premiere. „Manche Lacher waren uns im Vorhinein gar nicht so bewusst, aber wir freuen uns, dass das Stück beim Publikum so gut ankam.“ Augenscheinlich viel Spaß hatten auch die Schauspieler, die ihre Rollen reich an ausgelassener Mimik und Gestik spielten und das Publikum mit ausgefeilten Pointen begeisterten.

Vorspiel39 entstand aus einer Castinggruppe zum Theaterstück „Die 39 Stufen“. Die Truppe verstand sich von Anfang an so gut, dass sie kurzerhand beschloss, eine Theatergruppe zu gründen. Svenja Herzog kam als letzte zu der eingespielten Gruppe dazu. „Wir wollten etwas Leichtes, Lustiges auf die Bühne bringen. Da hat sich die Komödie von Marc Camoletti perfekt angeboten. Wir sind vom Humor des Stückes begeistert und auch beim Publikum scheint die Komödie super angekommen zu sein.

 

Foto: Julia Mädrich

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