Ihr habt es vielleicht mitbekommen – Eko Fresh a.k.a. Freezy oder auch „Freezman“, wie er sich selbst gern nennt, war im KFZ. Habt ihr nichts von gehört? Das ging scheinbar vielen Leuten so. Denn das KFZ war höchstens zu einem Drittel voll, was aber vielleicht auch an den knackigen Ticketpreisen lag, die der einst jüngste Rapper deutschlands mit einem Major-Plattenvertrag verlangte. Überhaupt scheint Eko nicht mehr der Fresheste zu sein. Wir haben uns das Konzert angesehen.

Immerhin hat Eko ein paar Support-Acts dabei, die denen von euch, die ein Bisschen tiefer im Rap-Game stecken, sogar etwas sagen sollten. Tatwaffe, bekannt aus „Gangxtaville PT.3“ und Ruhrpott-Urgestein Pillath machen ihre Show, bevor Eko überhaupt auf die Bühne kommt und überraschen. Treibende Beats, auch mal ein Coversong oder halt „Ganxtaville“, die von den wenigen Leuten im Publikum hart gefeiert werden. Dann aber schreit die Menge nach Eko, der sich wirklich ein bisschen Zeit lässt, um auf die Bühne zu kommen.

Das lässt dann doch die Vermutung zu, dass es doch noch ein paar Eko-Fans da draußen gibt. Der Freezman packt auf jeden Fall tief in seine Track-Kiste und packt Songs aus 15 Jahren Rap-Business aus. Ja, so lange ist Eko Fresh schon dabei. Es ist ziemlich schade, dass sich die Songs alle nicht großartig unterscheiden. Alles klingt sehr ähnlich. Nichtsdestotrotz feiern die paar Fans, die da sind, seinen Auftritt. Einer fragt Eko während des Auftritts sogar wiederholt, ob er ihm doch seine Platte unterschreiben würde. „Ich hab aber jetzt gar keinen Stift hier, aber nach dem Konzert bekommst du dein Autogramm, versprochen!“ Am Ende ist es sogar das allseits bekannte „Ich bin jung und brauche das Geld“, was er zuletzt spielt. Hier können zum ersten und auch zum letzten Mal an diesem Abend alle mitsingen.
Immerhin hat Eko selbst bis zum Ende richtig gute Laune – und vor allem Bock auf Marburg. Das sagt er gefühlt 20 mal und fragt danach immer, ob wir denn noch da sind. Na wo sollen wir denn hin sein?

Man merkt Eko die lange Zeit im Rap-Game auf jeden Fall an, denn er ist textlich sicher und flowt gut, allerdings sind seine Beats alle sehr ähnlich und seine Vergleiche nicht besonders originell. „Bis ich einmal sterbe, ich bleib‘ German Dream. /Rapper zittern vor meinem Erscheinungstermin“, zeugt nicht gerade von einer Poeten-Zunge. Er sollte wieder ein bisschen mit der Zeit gehen, dann wird Eko auch ganz schnell wieder Fresh!

 

 

Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

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