Während andere Schüler ein striktes Handyverbot akzeptieren, liegt das Kommunikationsgerät von Franziska Weishaupt (17) wie selbstverständlich auf ihrem Platz. Doch nicht zum Vergnügen: Als Schulsanitäterin ist sie während des Unterrichts dauerhaft für kränkelnde Mitschüler erreichbar. Nach der Schule engagiert sie sich bei den Maltesern.

Natürlich liegt nicht das private Mobiltelefon neben der Zehntklässlerin der Lüdertalschule in Großenlüder. „Als Schulsanitäter habe ich ein Funkgerät. Gibt es einen Notfall, werde ich sofort kontaktiert“, berichtet die Realschülerin. Zudem übernimmt der Teenager zweimal die Woche die Pausenaufsicht. Vor mehr als zweieinhalb Jahren hat die 17-Jährige mit Freundin Lena Lang während einer Projektwoche die fünftägige Ausbildung zum Schulsanitäter absolviert. „Spätestens da habe ich gemerkt: Anderen schnell helfen zu dürfen und zu können, ist genau mein Ding“, erklärt Franziska und erinnert sich an früher.


Franziska trägt das Helfergen in sich

 

„Dieses Helfergen war schon als Kind irgendwie in mir drin. Zum Beispiel hatte ich stets Pflaster parat, wenn sich meine Oma beim Kochen geschnitten hatte“, berichtet sie und lacht. Die innere Einstellung gibt ihr selbst nicht nur ein gutes Gefühl – sie hilft Franziska dabei, in Notfallsituationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Im vergangenen Schuljahr traf es ausgerechnet Freundin und Sanitäterkollegin Lena. „Sie schaute mich während des Unterrichts panisch an und murmelte, dass ihr plötzlich schwindelig sei“, erinnert sie sich.

Franziska reagierte sofort: Sie bat ihre Lehrerin, die Mitschüler rauszuschicken und half der Freundin in die sogenannte Schocklage, bei der die Beine hochgelegt werden. Nach einer ärztlichen Versorgung ging es Lena bald wieder gut. „Diese Situationen gehören genauso dazu wie Sturzverletzungen oder Bluthochdruck. Wir entscheiden dann gemeinsam, ob wir einen Krankenwagen dazuholen“, sagt Franziska. Sie freue sich darüber, wenn Mitschüler die Arbeit ihrer mehr als 20 Schulsanitäterkollegen anerkennen.

Nach diesem Schuljahr beginnt die Kleinlüderin eine Ausbildung zur zahnmedizinischen Fachangestellten in Fulda. „Der Dienstplan ist mit meiner Arbeit bei den Maltesern vereinbar. Mein Chef will da Rücksicht nehmen“, freut sie sich. Denn Franziska engagiert sich seit mehr als einem Jahr mit Freundin Lena bei der Malteser Ortsgruppe Blankenau-Hainzell, paukt Theorie und probt anhand von Fallbeispielen mögliche Notfälle. Gemeinsam haben die Teenager eine Jugendgruppenleiter-Ausbildung absolviert.


Franziska startet bald mit der Einsatzsanitäter-Ausbildung

 

„Seit einem halben Jahr führen wir zwei Kurse mit Kids bis 14 Jahren, die wir spielerisch an das Thema Rettung und Hilfeleistung heranführen.“ Für die eigene Weiterentwicklung startet Franziska bald mit der Einsatzsanitäter-Ausbildung. Freie Samstage sind vorerst gestrichen. „Das macht aber wirklich nichts. Meistens entwickelt sich während eines Kurses schnell eine nette Gruppendynamik. Außerdem habe ich ja wirklich Spaß am Helfen“, betont die junge Frau. Nach Abschluss der Ausbildung darf sich Franziska Weishaupt im Einsatz für die Malteser bei Veranstaltungen oder Festen beweisen.

Franziska ist eine von 15 Nominierten für den Jugendpreis 2016 von move36 und der Fuldaer Zeitung. Bis zum 14 Mai stellen wir alle Bewerber auf den Preis vor. Anschließend kannst du deine Stimme abgeben, wer die Ehrenamtsauszeichnung gewinnen soll. Alle Nominierten findest du hier.

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