Auch wenn unser Sternchen für Stockholm Jamie-Lee Kriewitz das Finale des Eurovision-Songcontest nicht so gerockt hat, wie wir uns das gewünscht haben, hat sie bereits ihr erstes eigenes Album im Gepäck. Wir haben in die Scheibe reingehört.

„This is the ghost of you
haunting the ghost of me
lonely in a crowded room together.
Tell me who’s scared now?“

Mit ihrer epischen Ballade „Ghost“ hat sich Jamie-Lee Kriewitz nicht nur bei „The Voice of Germany“ in die Herzen des deutschen Fernsehpublikums gesungen. Auch beim deutschen Vorausscheid zum Eurovision Songcontest hatte die Konkurrenz gegen die quirlige 18-Jährige mit der Gänsehautstimme kaum eine Chance.

Gänsehaut, damit lässt sich auch das gesamte Album umschreiben, Jamie-Lees erstes. „Berlin“ heißt das gute Stück, geschrieben in koreanischen Lettern: 베를린. Denn jeder der zehn Songs ist genauso ausgelegt unter die Haut zu gehen, wie das bereits der Debütsong „Ghost“ tut. Jeder Titel eine Hymne, der ganze Power gibt, um Besitz von uns zu ergreifen, und eigentlich nur voll aufgedreht gehört werden sollte. Leider ist das spätestens nach dem fünften Song am Stück ganz schön ermüdend.

Musikalische Emotionen

Keine Frage, singen kann der Schützling von Michi Beck und Smudo. Und Songs wie die folkige Nummer „The Hanging Tree“, die Ballade „Remember The Rain“ und das titelgebende „Berlin“ fressen sich in den Gehörgang. Zwischendrin braucht es aber Pausen, um die musikalischen Emotionen wieder aufnahmefähig zu bekommen.

Das Layout der Scheibe verdient auf jeden Fall besondere Erwähnung. Denn wie Jamie-Lee es mit sich selbst tut, hat sie auch ihre erste Platte knallbunt und mangaesk gestaltet. Rosarote Lolli-Pop-Schrift, eine zarte Jamie-Lee in Regenbogen-Tutu neben einem riesigen, rosafarbenem Teddy mit aufgeschlitztem Bauch – das Cover entspricht voll und ganz dem Stil der koreanischen Comic-Tradition. Schaurig-süß.

Wer auf große Gefühle und Gänsehaut steht, für den ist dieses Album einen längeren Blick wert.

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