Blood and Wine: Knapp ein Jahr nach The Witcher 3: Wild Hunt kommt nun das zweite und gleichzeitig letzte DLC der berühmten Hexer-Reihe auf den Markt. Maximilian hat es für uns angespielt.

Scheiß die Wand an, hab ich mich darauf gefreut! Okay, sorry. Habe kurz die Fassung verloren. Blood and Wine – so heißt die Erweiterung, die uns nach Publisher-Angaben knapp 30 Stunden neuen Spielspaß garantieren soll. Zum Vergleich: Das erste DLC Heart of Stone hatte eine offizielle Länge von zehn bis zwölf Stunden, wobei es gut und gerne auch mal 14 bis 16 werden konnten, bis man alle Nebenquests abgehakt hatte. Aber treten wir erstmal einen kleinen Schritt zurück und machen ein kurzes Recap für alle, die sich nicht im Witcher-Universum auskennen: Unser Held, Geralt von Riva, ist ein sogenannter Hexer, sprich ein professioneller Monstertöter. Soweit, so logisch. Er reist als Vagabund durch die Welt und nimmt die verschiedensten Aufträge an. Hierbei geht es natürlich nicht nur um die reine Monsterjagd, denn Geralt erlebt manch spannende Abenteuer. Was das Spiel so besonders macht, ist seine unglaubliche Tiefe. Manche Nebenaufträge haben mehr Storytelling als einige Titel großer Spieleentwickler.

Touissant, Wein und Minnesänger

Das kleine polnische Studio CD Project Red hat mit seinen drei Witcher-Teilen ein eigenes Universum geschaffen, welches ich jedem ans Herz legen kann, der sich auch nur ein Quäntchen für Rollen- oder Abenteuerspiele interessiert. Angelehnt sind die Teile übrigens an die Romane des ebenfalls polnischen Autors Andrzej Sapkowski. Aber zurück zum Blood-and-Wine-Abenteuer: Das führt uns nämlich ins wunderschöne und malerische Touissant, einer Provinz in Nilfgaard, die bekannt ist für ihre Weine und Minnesänger. Und genau deswegen wird auch unser Lieblings-Hexer Geralt von Herzogin Anna Katharina eingeflogen, bzw. eingeritten … also … Moment, das klingt falsch … naja, er soll auf jeden Fall zwei Morde aufklären, die eindeutig von einem Monster begangen wurden.

Neuerungen und Verbesserungen

Schnell wird klar, dass hinter der Sache viel mehr steckt als ein tollwütiges Monster mit Blutdurst, und so saugt einen das Spiel von Beginn an ein, fesselt und lässt nicht mehr los. Das liegt selbstredend auch an der liebevoll und vielseitig gestalteten Umwelt von Touissant mit unendlich vielen Weinbergen, Wäldern und Burgruinen, die es zu entdecken und erkunden gilt. Ein paar spielerische Änderungen gibt es mit dem Update auch noch, und die sind es wert erwähnt zu werden. So wurden das ganze Menü, die Karte, das Questbook und das Inventar neu aufgezogen und aufgeräumt. Es wirkt alles sehr viel übersichtlicher und ordentlicher; Gegenstände kann man jetzt beispielsweise eigenhändig nach Größe, Gewicht oder Preis sortieren. Und das erleichtert das Witcher-Dasein sehr.

Darüber hinaus wurden einige neue Elemente ins Spiel eingebaut. Zum Beispiel hat man jetzt sein eigenes Haus, das man aufrüsten und verbessern kann, und es gibt Banditenfestungen, die es zu erobern gilt. Hier sind Fingerspitzengefühl und Taktik gefragt, also kein plumpes Reinstürmen, „Leroy Jenkins“ brüllen und hoffen, dass man noch genug Tränke dabei hat, weil man vorher vergessen hat, nachzuschauen. Ist mir nie passiert. Wirklich. Hab ich nur so gehört.

Aufträge, Aufträge, Aufträge

Back to Topic! Ich hab mich sofort hingesetzt, als der Download fertig war, und Zeit und Raum um mich herum sind verschwommen. Von den knapp sieben bis acht Stunden Spielzeit habe ich maximal zwei mit der Hauptquest verbracht und bin sonst rumgelaufen und -geritten und habe die Gegend erkundet. Die Welt des DLCs soll ungefähr die Größe des Niemandslandes aus dem Hauptspiel haben. Von dem, was ich bisher gesehen habe, scheint das zu stimmen. Es gibt wahnsinnig viele kleine Gehöfte, Dörfer oder besagte Weingüter, und bei gefühlt jedem steht ein Anschlagbrett mit Aufträgen.

Mein Fazit stand eigentlich schon vor Veröffentlichung des DLCs fest: Es ist so gut! Ich kann es nur jedem wärmstens ans Herz legen. 30 Stunden. Mindestens. Für 20 Euro. Witcher-Universum. Diese Welt und diese Grafik. Muss ich mehr sagen? Witcher 3: Blood and Wine kann man nur empfehlen.

 

Foto: Screenshot

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